Sonntag, 31. Januar 2010

Zorn

Wo kam er bloß her, all dieser Zorn in mir?
Eben schien noch alles in Ordnung... und plötzlich überfraute mich ein Grollen, wild wie ein ungezähmtes Tier. Zorn, so viel Zorn. 

Zorn ist die Hölle, Sanftmut der Himmel, die Mitte zwischen beiden ist diese Welt. (Luther?)
Wo bin ich dann also hingeraten? 
Jedenfalls sehr weit weg vom Himmel und von mir selbst.
Warum sog mich der Zorn immer weiter in seinen Strudel, ließ mich Worte sagen, Dinge tun, . die so gar nicht mir entsprechen. Oder, meine ich nur, dass sie mir nicht entsprechen.

Beim Zorn .. speist sich ..aus der Versagung eines Anspruchs oder Bedürfnisses (heißt es bei wikipedia) 
Hier liegt wohl der Schlüssel für meinen Zorn... 
Denn wieder einmal mehr bin ich über meine Bedürfnisse hinweggegangen, habe sie selbst nicht bemerkt oder mich nicht gewagt, sie zu bemerken und als ich sie endlich nicht mehr ignorieren konnte, war ich nicht mehr in der Lage, sie zu äußern. Statt dessen geriet ich in Zorn, Zorn der noch mehr zerstört. Zorn über mich selbst, die Welt, Drachenzorn.

War ich der Meinung, sanftmütig sein zu müssen und hatte ich die Sanstmütige nur gespielt, so gar vor mir selbst?
Lege dir ferner einen Vorrat an Ruhe und Sanftmut an in der Zeit, da du ruhig bist und keinen Anlaß zum Zorn hast, indem du alles, Großes und Kleines, so ruhig und sanft wie möglich sagst und tust. Erinnere dich, daß die Braut im Hohen Lied den Honig nicht nur auf der Zunge und auf den Lippen hat, sondern auch im Herzen (Hld 4,11), (schreibt Franz von Sales)

Einen Vorrat an Sanftmut? 
Ich glaube, ich habe bisher immer wieder mehr Sanstmütigkeit nach außen gekeht als ich in mir hatte. Wie also kann ich mir einen Vorrat an Sanftmut zu legen, damit mein Zorn mich nicht wieder überrennt und die Feuerpferde mit dem Drachenkopf mit mir durchgehen? Woher kommt dieser Vorrat?
Ich muss wohl wacher für mich selbst sein, milder mit mir und früher für mich sorgen. Nicht mein Füllhorn bis auf den Grund in die Welt entleeren und mich anschließend wundern, wenn ich in der Leere, mich selbst verliere.

Vielleicht sollte ich tanzen, wenn der Drachen in mir wächst?









Vielleicht reicht auch spazieren gehen manchnmal aus.
Während meines nächtlichen Spaziergangs habe ich gemerkt, wie heilsam die dicke Schneedecke ist, die nun endlich auch im Süden die Welt verzaubert hat. Selbst der Herz-Baumstumpf, den mein Sohn aus dem Wald heimgeschleppt hat, trägt einen weißen Mantel. Vor Zorn hatte ich für diese Zauberwelt vorher gar keinen Blick...



1 Kommentar:

  1. Jetzt kann ich mir vorstellen, dass dich mein Holzofen-Gleichnis angesprochen hat.
    Ob sich Sanftmut wirklich speichern lässt? Ob der evtl. noch immer ausbrechende Zorn nicht umso stärker sein würde?
    Seine eigenen Bedürfnisse erkennen, sie wie auch immer äußern.
    Geduld haben mit sich selber, Geduld mit anderen, Geduld mit der Situation.
    Wenn das man immer so einfach wäre.

    Als Herzenssammerlerin gefällt mir dein schnee-iges natürlich besonder.

    Herzlich
    Tally

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