Samstag, 3. April 2010

Karsamstag - Nach grüner Farb mein Herz verlangt

Willst du für einen Tag glücklich sein,
betrinke dich,
willst du für drei Tage glücklich sein,
schlachte ein Schwein,
willst du ein Jahr lang glücklich sein,
heirate
willst du aber für den Rest deines Lebens
glücklich sein,
werde Gärtner.
  chinesisches Sprichwort             



Herzliche Ostergrüße
aus dem Garten





Ich habe heute zwar wieder nichts von den Dingen geschafft, die ich mir erträumt habe (ich wollte eigentlich filzen), aber die Sonne lachte am Nachmittag noch zwischen den Regenwolken so schön, dass es mich in den Garten zog.
Meine beiden kleinen Helfer hatten ebensolche Freude wie ich am Kruschteln und Fegen und frühlingsfein machen. Nun lachte uns alles fröhlich an und die letzten Bätter des Herbstes und Tannennadeln des Winters und das Sägemehl vom vielen Holz machen für unsere Öfen, das irgendwie in jeden Zwischenraum gekrochen war, sind weggefegt.
Unser Waldsammelssurium (Söhnlein findet immer die tollsten Schätze), die Tonscherben, die unsere Tochter auf dem Weg beim Schulausflug zu einer Töpferei aufgelesen hatte und die Steine mit den tollsten Mustern und Farben, die beim Wandern die notwendige Bodenhaftung gaben, sind neu arrangiert.


Und selbst der Gemüsegarten sieht aus der richtigen Perspektive fast schon bewirtschaftet aus.


Im vierten Jahr nun trotzen wir der Wildnis dieses Stück Garten ab. Im ersten Jahr halfen zwei Ziegen den totalen Wildwuchs zu zähmen, aber es blieb eine Wiese. Im zweiten Jahr siegten die Kürbisse und teilten sich nach zwei Wochen Abwesenheit in den Pfingstferien den Garten unter sich auf. Im letzten Jahr wähnte ich mich bereits als Herrin über Kartoffeln, Bohnen, Himbeeren und Erdbeeren, Gurken, Zwiebeln, Mais, Paprika,...vielerlei Kräutern und allen Regenwürmern - bis mich eine Wundrose gleich zweimal umschmiss und das Unkraut wieder in aktive Opposition zu mir ging.  Mal sehen, wie es dieses Jahr wird.
Ich träume von einem urigen Bauerngarten.

Aber erst einmal lausche ich dem Läuten der Kuhschellen.


Und zum Abendbrot gibt es Bärlauchbutter, vorhin an der Kräuterspirale geerntet.


Unseren Hasen habe ich auch gut gefüttert.
Er war so schnell am Fressen, dass jedes Bild unscharf wurde.
Sicher hat er heute noch was größeres vor.
Schließlich sind die Eier im Kühlschrank noch weiß und braun. ;-)




Frohe Ostern!


Freitag, 2. April 2010

Verschmort

In den letzten Tagen bloggte ich unsichtbar - also nur in Gedanken.
Die Tage sind einfach zu kurz. Fast scheint es, als fehle die geklaute Stunde der Sommerzeit täglich auf's Neue. So fehlte mir auch die Zeit zum Schreiben, denn der Alltag ist pralle voll:
  • Marktstand mit der Klasse
  • Kulissen malen für das Marionettenspiel meiner Klasse
  • der Garten ruft und ruft und irgendwie wachsen Löwenzahn und seine Freunde schneller als meine Kulturpflanzen; der Salbei war der Meinung, die Kräuterspirale gehört nur ihm
  • die Lymphtermine belegen die Nachmittage
  • Arzttermine 
  • das viele Liegengebliebene aufarbeiten
  • langsam die Babysachen für unser Enkelchen rauskramen
  • ...

Die Liste ließ sich fast endlos fortsetzen, so dass ich noch gar nicht wirklich merke, dass gerade Ferien sind. Aber mir zur Freude habe ich wieder einiges zu Nähen begonnen............. bis ich zurück ins Arbeitszimmer kam und mich über den verschmorten Plastikgeruch wunderte. Mein Mann hatte sofort das Netzteil seines Rechners im Verdacht und hat munter den Kasten auseinandergeschraubt. Ich setzte mich an die  Nähmaschine, trat aufs Pedal....... und nichts passierte. Wieder versucht. Nichts! Es fühlte sich merkwürdig an. Nachdem ich an der Nähmaschine schnupperte, eine bestimmt schon 15 Jahre alte Singer Concerto, war mir klar, dass der Geruch von der Nähmaschine kam. Der Pneu-Überträger war geschmolzen.


Drückt mir bloß die Daumen, dass das Teil auch die Ursache war. Dann kann mein Mann die Maschine hoffentlich Dienstag reparieren. Mir ist doch gerade nach Nähen zu Mute.

Und nach Fotografieren. Aber unsere Digitalkamera ist ein materialisierter Albtraum. :-(