Dienstag, 1. Mai 2012

Freunde fürs Leben

Manchmal erlebt man ja das Glück, eine Freund fürs Leben zu finden. Auch ein Musikinstrument kann  ein Freund fürs Leben sein. So war es uns wichtig, dass jedes unserer Kinder neben dem (zuerst pentatonischen) Flöten in der Schule, ein Instrument lernt. 

Söhnlein Brilliant (unser Ältester) zog es zur Klarinette. Als wir noch auf der Suche und am Probieren der verschiedenen Instrumente waren, bekam er bereits beim ersten Versuch die ersten Töne entlockt. Früh schon hatte er ein Faible für jiddische Musik und Klezmer. So war der Besuch eines Giora Feidman Konzertes im zarten Alter von 10 Jahren für ihn ein großes Fest. Musikunterricht steht und fällt aber mit dem Lehrer/der Lehrerin. Und leider hörte seine erste Lehrerin, die ihn sehr für das Spielen und Üben begeistern konnte, auf. Die Liste der folgenden Lehrer an der Musikschule ist lang, doch die Spielfreude wurde immer kleiner. So mutierte seine Klarinette zur meist geputzten Klarinette Deutschlands. (Aufbauen, Blättchen anfeuchten, Blättchen anfeuchten, Blättchen anfeuchten, Blättchen befestigen, Blättchen noch einmal auf den richtigen Sitz überprüfen, Blättchen zum zweiten Mal befestigen, zwei - drei Minuten Spielen, Blättchen noch einmal anfeuchten und befestigen, eine Minute spielen und dann .... mindestens zwanzig Minuten putzen.)  In der Pubertät dann bekam er Papas Gitarre, die dieser sich von seinem allerersten Lohn gekauft hatte, geschenkt und suchte er sich selbst einen Gitarrenlehrer, der ihm einige Akkorde beibrachte.

Töchterlein eins verliebte sich mit drei in eine Geige, die die Orchesterleiterin beim Mittelstufenorchester des großen Bruders spielte. "So eine möchte ich auch spielen können." Deshalb lernte sie ab der ersten Klasse Geige. Nun ja, nach vier Jahren Unterricht und der Meisterschaft in Bachs Bauernkantate, die sie heute noch aus dem Tiefschlaf aufgeweckt, sofort ohne Noten auf der Geige ihrer kleinen Schwester spielen könnte, spielt sie nun auch Gitarre und träumt davon eine Band zu gründen.

Der nächste in unserem Quartett hat mit dem Schlagzeug spielen begonnen.  Noch denkt er nicht über einen Wechsel nach. (Wie beruhigend.)

Und die Kleinste (wird 9) spielt nun zwei Jahre Geige, inzwischen in einem kleinen Orchester. Aber sie hat nun den festen Plan, das Instrument zu wechseln. Sie weiß, sie will Kontrabass lernen. Auf der Suche nach Musik, in der der Kontrabass die Hauptrolle spielt, bin ich über ein Cello-Video gestolpert,
das von "Freunden fürs Leben" erzählt und wie glücklich man ist, wenn man solch einen Freund hat.






Ich weiß, das die Kunst einem helfen kann, die stürmische Zeit der Pubertät zu überstehen. Bei mir selbst war es die Lyrik, bei unserem Großen war es das Gitarre spielen und vor allem das Malen und Bildhauen, nun sind wir mit der Nächsten mitten drin. Ihr Allheilmittel ist gerade Punkrock...

Kommentare:

  1. Leider haben meine beiden Großen ein Instrument abgelehnt. Aber mein Sonnenschein Kind hat Interesse und auch sein kleiner Zwillingsbruder will spielen lernen. Ich wünsche Dir viel Kraft und ein gutes Gehör den Punkrock auszuhalten. Vielleicht helfen ein paar Kopfhörer mit Deiner Liebelingsmusik. Lg Kirsten

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  2. Ich finde dieses Thema wirklich sehr schwierig. Ich habe erst Blockflöte gelernt, dann 10 Jahre lang Geige gespielt, nebenher noch Gitarre geklimpert. Aber irgendwie kann ich dennoch meine Kinder nicht so recht von Musik überzeugen. Ich glaube, daß man Spaß haben muß daran. Meine Kleine liebt ihre Triola und bringt sich immer neue Lieder bei - die danach gekommene Melodika war schon weniger interessant, weil die Noten nicht mehr in Farbe waren und damit lange nicht so leicht für sie zu spielen... Da frage ich mich, warum nicht alle Noten in Farbe sein könnten? Auch ich fand es als Kind soooo toll, als ich die ersten Blockflötentöne mit Farbe lernen durfte und war auch total genervt diese ohne Farbe lernen zu müssen.
    Aber ja - jeder braucht wohl einen Freund, außerhalb der menschlichen Szene. Ein Musikinstrument - einen Bleistift zum Zeichnen - oder auch ein Sport - Lyrik ist ja schon echt weit.
    Sehr spannend. Pupertät ist wirklich sehr schwierig. ( Eine hab ich schon durch und die war zum Glück mit ihrer Kunst und ihren Freunden gut bedient - vielleicht habe ich Glück gehabt....).
    Liebe Grüße Tinki

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    1. Liebe Tinki,
      ich bin mir sicher, dass man selbst Spaß daran haben muss. ;-) Da hilft das alleinige Wollen und Wünschen der Eltern nicht durch.

      Unsere Mädchen haben zuerst vor allem nur über das Hören, dann auch mit farbigen Noten das Geigen gelernt. Die Geigenlehrerin macht das total toll. Die Lütte spielt inzwischen immer noch viel, in dem sie es sich vorsingt und dann erst geigt. Aber auch mit farbigen und mit schwarzen Noten, mit farbigen geht es leichter ein unbekanntes Lied sich selbst zu erspielen.

      Mit den Kindern meiner 1. Klasse spiele ich mit den pentatonische Flöten nur über Gehör und Nachahmung. (also ganz ohne Noten).

      Tja, und die Fahrt durch die stürmische See der Pubertät ist ja auch noch mal ein ganz großes Kapitel. Einmal überstanden, lerne ich inzwischen Jungspubertät und Mädchenpubertät sind zwei ganz verschiedene Paar Stiefel.... Und ich liebe es mit Pubertierenden zu arbeiten, habe auch ganz viel Humor und Herzenswärme dafür, aber bei den eigenen Kindern ist es irgendwie viel schwieriger als in der Schule. (Da fehlt manchmal echt der Abstand.)

      Liebe Grüße
      Nula

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  3. Liebe Nula,
    bei mir war und ist es die Gitarre! Ich habe als Grundschulkind auch sehr für Harfe geschwärmt, aber es war unerschwinglich und so habe ich das nie erzählt. Später habe ich mir eine kleinere Harfe bauen lassen, aber hab es leider nie geschafft, wirklich darauf spielen zu lernen, sie steht hier, braucht dringend eine neue Seite und hofft darauf, dass ich mal die Kurve kriege. Ja, ein Instrument kann definitiv ein guter Freund sein! Ich hab mir die Begleitgitarre auch selbst beigebracht, das geht ja auch ganz gut. Und die Begeisterung für Jiddische Musik teile ich voll und ganz, singend und Gitarre spielend.
    ganz liebe Grüße, von JULE

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