Samstag, 12. Mai 2012


"Möglicherweise ist ein Begräbnis unter Menschen
ein Hochzeitsfest unter Engeln."
(Khalil Gibran)






Wie selbstverständlich erscheint mir doch meist im alltäglichen Sein das Gewordene. Wie selbstverständlich gesunde, muntere Kinder - ja so gar bereits ein Enkelkind - zu haben, in einer achtsamen Beziehung zu leben, meist selbst doch trotz chronischer Krankheit fast nicht eingeschränkt zu sein.
In der letzten Woche gab es einen Aufwach-Moment. Einen Moment, in dem die Welt stillstand - alles andere unwichtig und unbedeutsam wurde. Der kleine Bruder einer Freundin unserer jüngsten Tochter hat nach nicht einmal 6 Monaten in dieser Welt seine Himmelsreise angetreten.  Ich bin in Gedanken ganz stark bei den Eltern, bin ihnen für ihre Offenheit und Stärke so dankbar; dankbar dass auch wir uns verabschieden durften, dankbar, dass wir ein Stück das schweren Weges begleiten konnten, dankbar, dass dieser kleine Mensch unsere Jüngste so beglückt hat mit seinem auf der Welt sein, an dem sie seit seiner Geburt so viel Anteil nahm, weil sie doch auch so gern große Schwester eines kleinen Brüderchens sein würde. Dankbar, dass wir alle erleben durften, welch großer Frieden mit diesem unsagbaren Schmerz verbunden ist.

*** 

Lieber L.,
du hast trotz der kurzen Zeit, die du auf der Erde warst, einige Menschenherzen bewegt und Menschen zusammengeführt und miteinander verbunden. Schweren Herzens und voller Trauer nehmen wir Abschied und wissen doch, es ist alles richtig wie es ist.



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 Sobald wir alle unsere Arbeiten auf dieser Erde erledigt haben, 
ist es uns erlaubt unseren Leib abzuwerfen,
welcher unsere Seele, wie ein Kokon den Schmetterling, gefangen hält. 
Wenn die Zeit reif ist, können wir unseren Körper gehen lassen,
 und wir werden frei sein von Schmerzen, 
frei von Ängsten und Sorgen,
frei wie ein wunderschöner Schmetterling, 
der heimkehrt zu Gott.
(Elisabeth Kübler-Ross)

Kommentare:

  1. Liebe Nula,
    es gehört wohl zu den schwersten Ereignissen überhaupt, ein Kind sterben zu lassen. Janusz Korzcak schreibt in seinem Buch "die Rechte der Kinder" vom "Recht des Kindes auf seinen eigenen Tod". Wann ein Leben hier auf der Erde zu Ende gehen darf und warum es sich für den einen früher und für den anderen später vollendet, vor dieser Erkenntnis trennt uns ein undurchsichtiger Schleier. Mir gibt nur Trost, dass wir denjenigen wieder begegnen, die wir geliebt haben. und das wir sie erkennen werden, weil sich Liebende immer erkennen werden.
    herzliche Grüße, von JULE

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  2. Liebe Nula,
    vor 4 Jahren haben wir die Tochter von Freunden mit nur 11 Monaten verabschieden müssen. Sie ist immer in unseren Gedanken.
    Ich wünsche den Eltern, der Familie und Dir, dass Ihr über die guten Momente mit dem kleinen Mann Freude empfinden könnt. Er hat Spuren hinterlassen - gute Spuren.
    Liebe Grüße Kirsten

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