Mittwoch, 31. Oktober 2012

Nun also doch


Bisher habe ich es immer erfolgreich geschafft, um dieses "Fest" herum zu kommen.
Vielleicht ist mir die keltische Kultur zu nah, um mit der amerikanischen Variante von Samhain etwas anfangen zu können. Aber, wenn man Kinder im trick-or-treat-Alter hat, ist es gar nicht so leicht, den Rummel zu umschiffen. 

Interessant wie es die Große inzwischen sieht. Sie ist heute extra nicht bei einer Freundin geblieben, die mit anderen um die Häuser ziehen wollte, sondern nach Hause zurückgekommen. Sie fand es, nun mit Abstand ihres Alters gut, dass ich immer wie ein kleines "Andersprogramm" gemacht habe. Und erinnerte sich noch an manche Geschichten, die ich an Samhain erzählt habe.

Aber Kinder sind doch sehr verschieden. Die Lütte hat sich am letzten Schultag mal eben still und heimlich mit einem Orchesterfreund verabredet.  Weil er in einem anderen Dorf wohnt, wird sie auch dort übernachten. Wir mussten erst ein bisschen miteinander verhandeln bis ich sie frohen Herzens ziehen lassen konnte. Wie schrieb Uta von "Wer ist dran mit Katzenklo" , einem Blog, den ich sehr gern lese, so treffend den Erziehungswissenschaftler Jens Weidner zitierend: 'Es reicht, wenn Eltern sich zu 80 Prozent gegen ihre Kinder durchsetzen.' Heute waren also die 20 anderen Prozent dran. Und den Satz der Jüngsten:"Mama, einmal muss ich es doch ausprobieren, damit ich weiß, wie es sich anfühlt." könnte ich ja auch irgendwie nachvollziehen. Also haben wir vorhin Fledermäuse aus schwarzem Tonkarton ausgeschnitten und an ein weißes Tuch genäht. Und noch ein Lichtlein im Spinnendesign gebastelt. Und dann ist sie losgezogen...

Hier zeigt sich der Mond nun von seiner Halloween-Seite. Schon etwas gespenstisch schön:


Der Mond heute an Halloween - durch unseren Walnussbaum fotografiert


Und weil ich diese Halloween-Geschichte, die ich schon ganz oft erzählt habe, so mag, habe ich sie für euch hier mit eingefügt:

Einst lebte in Irland ein alter geiziger Hufschmied. Sein Name war Jack. Er trank sehr viel und seine Stammkneipe war sein zweites Zuhause. Eines Abends, es soll an Halloween gewesen sein, lief Jack dem Teufel in die Arme. Der wollte den Trunkenbold gleich mit in die Hölle nehmen, aber Jack bat ihn um ein letztes Glas irisches Bier. Der Teufel verwandelte sich in ein Geldstück, mit dem Jack sein letztes Glas bezahlen sollte.
Stattdessen steckte der Hufschmied, gar nicht dumm, das Geldstück in seine Börse. Dort bewahrte er, neben seinem Geld, auch ein kleines Silberkreuz auf. Dieses Kreuz hinderte den Teufel daran, sich zurückzuverwandeln. Er fluchte und ärgerte sich. „Bei allen Höllenqualen, lass’ mich raus, Jack!“ „Nein, nur wenn du mir etwas versprichst!“ „Niemals! Ich bin der Teufel! Ich stelle hier die Forderungen!“ „Dann bleibst du das, was du jetzt bist - ein Geldstück“, sagte daraufhin Jack ungerührt. „Schwefelgestank und Mäusepest! Was, zur Hölle, soll ich versprechen, du alter Säufer?“ „Ich lasse dich frei, wenn du mich zum besten Hufschmied dieser Gegend machst und mich die nächsten zehn Jahre in Ruhe lässt!“ Der Teufel grummelte und schimpfte, versprach aber das Gewünschte. 
Nach zehn Jahren war Jack ein reicher Mann. Er war aber nicht sehr beliebt, da er bei seinen Geschäften log und betrog. Der Teufel hatte ihn nicht vergessen. Er lauerte Jack auf einer Landstraße auf. ‚Jetzt hole ich ihn!’, dachte der Teufel und rieb sich vor Freude die Hände. Doch auch diesmal war Jack schlauer. „Ach Teufel, gewähre mir eine allerletzte Bitte: Sieh’ nur dort, den herrlichen Apfelbaum am Wegesrand, ich möchte nur noch ein einziges Mal einen seiner köstlichen Äpfel genießen und dann auf ewig in der Hölle schmoren.“ Dabei blickte er so sehnsüchtig zum Apfelbaum hinauf, dass der Teufel sich auf diese Bitte einließ. Er kletterte sogar auf den Baum, um dem „armen“ Jack höchstpersönlich einen Apfel zu pflücken. Doch kaum saß der Teufel in dem Baum, ritzte Jack schnell ein Kreuz in die Rinde des Apfelbaumes. So hatte er dem Teufel ein zweites Mal ein Schnippchen geschlagen. Im Bann des Kreuzes, konnte dieser nicht wieder herunterklettern. „Was willst du diesmal?“, fragte der Teufel völlig entnervt. „Diesmal versprichst du mir, mich ganz in Ruhe zu lassen. Bei dir da unten stinkt es mir zu sehr!“, antwortete Jack und lachte dem Teufel frech ins Gesicht. Unter lautem Murren und Knurren, gab der Teufel auch dieses Versprechen ab.
Wieder vergingen viele Jahre. Jack, der Hufschmied, lebte in Saus und Braus von seinen unehrlichen Geschäften. Als er starb, waren seine Taten im Himmel längst bekannt. Er wurde deshalb gleich an der Himmelstür abgewiesen. So blieb seiner Seele nur noch der Weg in die Hölle. Da Jack dem Teufel jedoch das Versprechen abgenommen hatte, seine Seele nie aufzunehmen, stand er bettelnd vor dem Höllenfürsten. „Nun lass’ mich doch rein. Die Nacht ist kalt und stürmisch. Wo soll ich denn sonst meine Ruhe finden, wenn nicht bei dir?“ „Tja, das hättest du dir vorher überlegen sollen! Jetzt ist es zu spät! Geh’ zurück auf die Erde und warte dort auf das jüngste Gericht. Vielleicht werden dir dann deine Sünden vergeben.“ „Aber es ist so dunkel, wie soll ich den Weg zurück finden?“ Der Teufel warf Jack ein Stück glühende Kohle aus der Hölle hin. „Da, die Kohle leuchtet dir den Weg!“ Jack wollte die Kohle aufnehmen, aber sie war zu heiß. „Wie soll ich die Kohle tragen?“ Jack jammerte und heulte, er tat sich unendlich leid. Da sah der Teufel einen Kürbis in Jacks Provianttasche. Er nahm den Kürbis, höhlte ihn aus, schnitzte ein Gesicht in die Kürbisschale und legte die Kohle hinein. „Hier, nimm diese Laterne und mach’, dass du auf die Erde kommst. Dein Gejammer vertreibt mir ja die Kundschaft!“ 
Mit hängenden Schultern und eingezogenem Kopf, schlich Jack mit der Laterne, genannt Jack o’Lantern, davon. Sein Kürbis leuchtete ihm den Weg zwischen den Welten. Seit jener Nacht ist die Kürbislaterne das Symbol für die ruhelosen Seelen, die weder einen Platz im Himmel, noch einen Platz in der Hölle gefunden haben.
Quelle: kidsweb


Viele Grüße
Nula

Kommentare:

  1. Mir gehts da ähnlich :-)
    Die wirkliche Sage und den wirklichen keltischen Hintergrund finde
    ich viel interessanter als dieses blöde amerikanisierte von Tür zu Tür gehen.
    Aber die Kinder wollen eben, weil ihre Freunde auch wollen. Hmm.
    Gut für die Süßigkeitenindustrie. ;-)
    Viele liebe Grüße Urte

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  2. Liebe Nula,

    ich bin auch kein Freund von Halloween, und bei meinen Männern, die in der Woche allein zu Hause sind, waren gestern alle Schotten dicht.

    Dein Foto ist so genial.

    Allerbeste Grüße

    Anke

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  3. Halloween ist genauso unnütz, wie Muttertag und Valentinstag. Aber man muss ja nicht alles mitmachen. ;)

    Ich musste gestern Abend arbeiten und das war auch gut so.

    LG

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  4. Liebe Nula,
    herzlichen Dank, für diese tolle Geschichte, ich kannte sie nicht.Dein Mondbild ist der Oberhammer!Ganz viele, liebe Grüße,Petra

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  5. Danke für die schöne Geschichte!
    Iren

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