Sonntag, 10. März 2013

Sonntagsfreuden KW 10 - 2013

Nach einer Idee von Maria von Kreativberg.

Das ist schon eine spannende Sache, das Leben mit Kindern. Immer wenn die Enkelmaus da ist, merke ich, dass ich es doch sehr genieße, dass die eigenen Kinder inzwischen deutlich größer sind und sich ihre Bedürfnisse verwandeln. Das eine Rundum-Betreuung nicht mehr notwendig ist und für mich immer mehr Freiräume im Entstehen sind.  Es war eine wunderschöne Zeit mit den eigenen Kindern, dieses Kleinkindalter, in dem die Enkelmaus gerade ist. Eine Zeit voller Freude über alle Entwicklungsschritte, jedes neue Wort, jede kleine Weltentdeckung, ... aber auch voller schlafloser Nächte, Anstrengungen, Wäscheberge, Unsicherheiten und allem, was dazu gehört.

Es wird nicht weniger anstrengend. Das stimmt schon! Die Wäscheberge werden auch irgendwie nicht wirklich kleiner. Kein Wunder, denn die Kleidergrößen der Kinder wachsen ja mit. Aber die Freude über die Entwicklungsschritte bleibt auch.

Unsere Große ist an vielen Tagen eine Pubertierin, wie sie im Buch steht. Vor allem wenn sie zu irgendetwas keine Lust hat, sind ihre Auftritte bühnenreif: Mimik, Bewegung, Wortwahl - alles drückt Unwille aus. 
Und dann gibt es sie wieder, diese Lichtmomente, die alle OM-Übungen für das eigenen mütterliche Seelenheil vergessen lassen. Zum Beispiel als sie mir jeden Wunsch fast von den Augen ablas während ich so krank war. Oder wenn sie mich teilhaben lässt an ihren Träumen, Ideen, Nöten und Gedanken und sich darüber freut, wenn ich ein offenes Ohr für sie habe. Wenn sie für sich selbst entdeckt, dass selbst gemacht oder wenigstens selbst verwandelt viel toller als fertig gekauft ist. Wie bei der Hose auf dem Foto, die sie sich vor kurzem selbst gestylt hat. Wenn sie immer mehr zu einem richtigen Gegenüber heranwächst, dass eine ganz eigene Sicht auf die Welt hat.

In der letzten Woche hatten wir viele kostbare Mutter-Tochter-Momente miteinander. Am Freitag hatte sie ihr erstes ganz eigenes Vorspiel vor einem völlig unbekannten Publikum (21 Schülerinnen und Schüler ihrer Gitarrenlehrerin und deren Eltern, Freunde und Verwandte). Seit 4 Monaten hat sie regelmäßig Gitarren- und ein wenig Gesangsunterricht.  Zuvor hat sie einige Jahre Geige gespielt, dann es selbst mit der Gitarre versucht und hin und wieder ein paar Gitarren-Griffe von einem Musiker gezeigt bekommen. Vor ein paar Wochen hatte sie begonnen, ein Lied (natürlich von ihrer Lieblingsband) für das Vorspiel einzuüben. Ich war begeistert über ihren Enthusiasmus, wenn auch das Lied sicher nicht meine erste Wahl gewesen wäre. Auch nicht meine zweite oder dritte. Doch in der letzten Woche hat sie plötzlich von sich aus beschlossen, ein anderes Lied zu spielen. Ihr fehlte die Botschaft, die wirklich mit ihr zu tun hat, in dem ersten Lied.

Und dann stand sie am Freitag auf der Bühne. Von der inneren Aufregung, die natürlich da war, keine Spur im Äußeren. Selbst, dass ihre eigene E-Gitarre nicht funktionierte und sie auf einer fremden spielen musste konnte, warf sie nicht aus der Bahn. Ja, und sie sang und spielte so kraftvoll, dass selbst der ganz große Bruder sie ermunterte, unbedingt weiter zu machen.

Welch (Sonntags)-Freude zu erleben, wie mutig unsere Große für sich und ihre Überzeugung einsteht. Wie sie bei allem Schwanken und Gefühls-Aufundab ihren ganz eigenen Weg sucht und manchmal auch schon findet. 


Das ist übrigens zur Zeit mein Lieblingsbild von ihr:


Und wer jetzt noch wissen möchte, was sie gespielt hat, klickt hier.



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Und dann gab es da noch so eine Sonntagsfreude in dieser Woche.
Ihr hattet mich ja mit euren guten Wünschen sehr durch meine Krankheit begleitet. Das tat so gut.
Kirsten hat sich eine ganz besondere Überraschung einfallen lassen. Ein echtes: "Werde wieder gesund" - Päckchen. Danke dir!!!



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Liebe Grüße
Nula

Kommentare:

  1. So schöne Mama-Tochter-Worte...! auch eine echte Freude, sie zu lesen... Herzliche Grüße, Marja

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  2. Liebe Nula,
    Deine Tochter ist Hosenfan und mir gleich sympatisch ;-)
    So schön wie du von ihr schreibst. An Kindern hat man
    soviel Freude, auch wenn es manchmal anstrengend ist.
    Ganz viele liebe Sonntagsgrüße Urte

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  3. Liebe Nula,
    das hast du wunderschön geschrieben, es war so bewegend es zu lesen, herzlichen Dank!Puh, da hat sie sich ja nicht gerade ein einfaches Gitarrenstück ausgesucht, Respekt!Das Bild von ihr ist klasse!!!!Ganz viele, liebe Grüße,Petra

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    1. Psst!
      Es war der leichtere Part, den sie gespielt hat.

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  4. Ja, so anstrengend für alle Beteiligten diese Pubertiererei ist. Sie bringt Großes hervor, ab und zu schon mal;-) Man spürt langsam aber sicher das Erwachsen-werden-wollen und -Sein. Deine Worte sprechen mir aus der Seele. Unsere hat gerade reiten und Bücher wieder neu entdeckt. Ersteres wirkt wunderbar ausgleichend, letzteres verhindert manchmal jegliche Wirkung bei Ansprache oder zieht Unmut wegen Unterbrechung nach sich.
    Dein Gesund-werd-Päckchen sieht toll aus!

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  5. Pubertierende Mädels sind wirklich eine Welt für sich. So sehr man auch versucht zu verstehen, was sie denken und vor allem was sie sich dabei DENKEN, den Eltern so gegenüber zu treten, aber sie entwickeln sich zu eigenen Persönlichekeiten, die ihren Weg finden müssen. Um so schöner ist es doch zu sehen, wie der WEg entsteht, der sich so langsam aus dem Kokoon entpuppt... Für einen Selber ist man wirklich mit Ooohhhmmmm Übungen gut beraten, mir fehlte doch auch hin und wieder mal die Ruhe! Musik ist eine tolle Sache, die nicht nur viel Spaß und Freude macht, sondern auch die Möglichkeit, sich wiederzufinden. Hoffentlich macht sie weiter!

    Toll, daß Du so ein schönes Päckchen bekommen hast! Und toll, daß Du weißt, daß Du Dich im Notfall auf Deine TOchter voll verlassen kannst!
    Das solltest Du ihr auch unbedingt sagen, ich glaube, daß brauchen die Kinder besonders. Lob und Anerkennung! Denn Regeln müssen sie eh dauernd einhalten!
    Liebe Grüße Tinki

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  6. Ach schön! Bei meinem Großen geht's ja nun auch so langsam los. Das Foto ist großartig! lg

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