Donnerstag, 1. August 2013

Erntefest


Wagen auf Wagen schwankte herein,
Scheune und Böden wurden zu klein:
Danket dem Herrn und preist seine Macht,
glücklich ist wieder die Ernte vollbracht.


Hoch auf der Fichte flattert der Kranz,
Geigen und Brummbaß laden zum Tanz;
leicht wird das Leben trotz Mühe und Plag,
krönet die Arbeit ein festlicher Tag.


Seht ihr der Kinder fröhliche Schar,
blühende Wangen, goldlockiges Haar?
hört ihr sie jubeln? O liebliches Los,
fällt ihnen reif doch die Frucht in den Schoß!


Wir aber furchen, den Pflug in der Hand,
morgen geschäftig aufs neue das Land;
ewig ja reiht, nach des Ewigen Rat,
Saat sich an Ernte und Ernte an Saat.

(Julius Sturm)

Nein, es sind keine Wagen hineingeschwankt in die Scheune. Aber die Klasse unsere Jüngsten hat heute ihre Getreideernte "eingefahren". Alle Kinder, die nicht verreist waren, halfen mit, das Feld abzuernten. Im Herbst hatten sie in ihrer Ackerbau-Epoche Weizen und Roggen ausgesät.


Nun stand das Getreide erntereif auf dem kleinen Acker. Mit einer Sichel wurden es geschnitten und zu Garben gebunden. Töchterlein hatte viel Freude daran.


Die Garben müssen nun noch etwas trocken, dann wird gedroschen und irgendwann im Laufe des neuen Schuljahr das eigene Brot gebacken.


Bei so vielen fleißigen Helfern war das Feld innerhalb von zwei Stunden abgeerntet. Nach den Ferien werde ich mit meiner Klasse den Acker pflügen... und dann hoffentlich auch eine gute Ernte einfahren.

"...ewig ja reiht, nach des Ewigen Rat, Saat sich an Ernte und Ernte an Saat..." 





Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Nula!
    Mein Wunsch meine Kinder in eine Waldorfschule zu geben wird durch solche Bilder und Erzählungen noch dringender. Wenn nur der Weg nicht wäre...

    Herzensgrüße
    Lyn

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Nula,
    ich finde es so,so toll, was deine Kinder in der Schule machen!Ich bin wirklich total begeistert!Am liebsten hätte ich meinen Kleinsten auch auf der Waldorfschule...wenn denn bloß die Kosten nicht wären...Ich wünsche dir und deiner Klasse eine reiche Ernte!Ganz viele, liebe Grüße, Petra

    Ps.:Du darfst mich gerne in euer Gäste-WC sperren ;o)!

    AntwortenLöschen
  4. Ganz wunderbar, wenn Kinder die Dinge auf diese Weise erleben und begreifen dürfen.
    Liebe Grüße
    Christiane

    AntwortenLöschen
  5. Ich lese und denke, Schule kann auch schön sein. So etwas hätte ich auch gerne für meine Kinder. Mit ein klein wenig Mühe, müssten solche oder ähnliche Aktionen mit und in der Natur doch auch in "normalen" Schulen möglich sein, aber da besteht wohl wenig Interesse. lg

    AntwortenLöschen
  6. Es ist eine Lernaufgabe mit der Natur zu leben, die heute dringender ist denn je. Und das Wort "wir lernen für das Leben, nicht für die Schule" bekommt im Grund sein Bedeutung.
    Die Ziele der "normalen Schule" sind nach der leider dramatisch einseitigen Leistungsorientierung unserer Zeit ausgerichtet. Der Wert des Menschen ist reduziert auf das, "was er leistet".....

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Nula,
    ich kann förmlich den Duft des Getreides riechen und das Flirren der Sonne auf dem Feld sehen. Obwohl ich selber nie Getreide geerntet habe, hat es uns meine Oma beim Wandern auf der Alb so beschrieben, dass ich diese Bilder heute noch im Kopf habe. Ich finde es wunderbar, dass Deine Kinder und Deine Schüler das erleben dürfen.
    Lieben Gruss von Sabine

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Nula, ein interessanter Einblick. Mein Schwiegervater erntet auch noch immer Roggen von Hand. Bei uns wird demnächst ein Roggen-Zentrum entstehen. Schau mal unter www. Erschmatt.ch. Dürfte dich interessieren. Jetzt hast du auch eine Anregung wo du deine nächsten Schweizer Ferien verbringen könntest;-)
    Lieben Gruss
    Fabienne

    AntwortenLöschen