Donnerstag, 30. Juni 2016

Ostsee-Impressionen ( 4 )




Haithabu: Vor Jahren waren wir schon einmal nach Haithabu, der alten Wiklinger-Hafenstadt am Rande Schleswigs, gereist. Damals war unsere ältester Sohn noch ein kleiner Junge und ich bereits fast so fasziniert wie heute von der Lebenswelt der Wikinger. In der Zwischenzeit sind au dem Gelände sieben Häuser rekonstruiert worden und lassen so das Leben zur damaligen Zeit noch anschaulicher werden. Auch die Ausstellung im eigentlichen Museum lohnt sich sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

Haithabu liegt zwischen der Nordsee und der Ostsee und war ein wichtiger Handelsort im frühen Mittelalter. Weit reichten die Handelsbeziehungen und sind im heutigen Museum anschaulisch dokumentiert.


Ein neun Meter hoher Wall mit Palisaden umgab schützend die Stadt, auf dessen Überbleibseln man heute zu den sieben rekonstruierten Wikingerhäusern laufen kann.


Bereits 1908 entdeckte man außerhalb des Schutzwalles ein Bootkammergrab. In der Ausstellung kann man dies als Modelll anschauen.


Das Frauengrab mit reichen Grabbeigaben regte meine Phantasie an. Und wenn ich je so viel Zeit haben sollte, einen historischen Roman zu schreiben, dann würde dieser wohl mit diesem Grab zu tun haben. Leider hat mein persönlicher Haus-und Hoffotograf das Modell des Grabes nicht fotografiert und ich habe in diesen Ferien den Fotoapparat gar nicht in die Hand genommen.

Herzstück des Museums ist aber das Langschiff. Am Ende der Wikingerzeit im Jahre 1050 wurde das Schiff bei einem Angriff auf Haithabu mit Reisig oder Heu gefüllt und mit Absicht in Brand gesetzt worden. Das Schiff war einstmals wahrscheinlich 26 bis 32 m lang und hatte 24 bis 26 Ruderbänke. 




Ihr Ende fand die zur damaligen Zeit wohl beeindruckende Siedlung durch das Feuer. Der norwegisch Skalde König Haralds verfasste darüber diesen Gesang:

Verbrannt wurde von einem Ende zum anderen ganz Haithabu im Zorn,
eine vortreffliche Tat, meine ich, die Svend schmerzen wird.
Hoch schlug die Lohe aus den Häusern,
als ich in der Nacht vor Tagesgrauen auf dem Arm der Burg stand.

Dienstag, 28. Juni 2016

Ostsee-Impression ( 3 )

Tiere zu fotografieren ist nicht immer so einfach. Wie ein Jäger auf der Pirsch war unser jüngerer Sohn während der Ostsee-Ferien auf der Suche nach fotogenen Tieren. Ein paar sind ihm wirklich vor die Kamera geschwommen, geflattert, gewatschelt,




















Montag, 27. Juni 2016

Ostsee-Impressionen ( 2 )

Auch Herrn Hund gefiel es an der Ostsee gut. "Nur das Wasser hätte man weglassen können", meinte er. Er ist aber auch der wasserscheueste Hund, den ich kenne.

















Sonntag, 26. Juni 2016

Ostsee-Impressionen ( 1 )

Die Pfingstferien verbrachten wir in diesem Jahr an der Ostsee. Endlich wieder einmal das Meer erleben. Salzige Luft, Sand und Wasser, Wasser, Wasser. Die Ostsee lässt den Kopf frei werden. Das hatte ich schon mal in meiner kleinen Auszeit nach acht Jahren Klassenlehrertätigkeit erlebt. Und so ging es uns auch diesmal.

Wie praktisch, dass wir unseren Haus- und Hoffotografen dabei hatten. So konnte ich ganz ohne eigene Anstrengung etwas Ostsee-Luft einpacken und Euch mitbringen.
























Samstag, 25. Juni 2016

Johanni-Stimmung

Es flammen auf den Bergen
Johannifeuerbrände
dem Jünger zum Gedächtnis
zur Sommersonnenwende...



Der Sommer war ja kurz vor Johanni noch fast nicht zu erahnen. Um so kraftvoller zeigte er sich dann gestern hier. Pralle Sonne, Temperaturen über 30°C und kein Lüftchen regte sich. Da war die Vormittagswanderung mit den Schulkindern auf den Berg zum Entzünden des Johanni-Feuers schon eine echte Herausforderung. Nach den vielen Regentagen waren Wald und Wiese aber immer noch sehr feucht und spendeten ein wenig Kühle.

Ich weiß nicht, ob ich ohne die eigenen Kinder und die Arbeit mit meinen Schulkindern den Jahreskreis so bewusst erleben und die Jahresfeste so feiern würde. So aber fühle ich mich gerade wirklich sehr in Johanni-Stimmung und genieße es, die Sommerwärme und die dadurch mögliche Seelenweite zu fühlen - auch wenn ein Gewitter heute Nacht schon wieder etwas Abkühlung gebracht hat. Ein Geschenk durch die Menschen, mit denen ich gerade bin. Die eigenen Kinder wachsen nun langsam heraus aus dem selbstverständlichen Mitleben der Jahresfeste und manches muss überdacht und neu gegriffen werden. Das habe wir sowohl Weihnachten als auch Ostern gemerkt. Auch hier Entwicklung, immer wieder Suchen, Probieren, Erfahrungen machen bis sich etwas - vielleicht nur für eine kurze Zeit- stimmig anfühlt. Aber das Feiern der Jahresfeste gibt Kraft. Lichtpunkte im vollen Alltagsgeschehen, dass nach unseren großen Veränderungen hier, immer noch - wenn auch jetzt zum Teil auf andere Weise - sehr,sehr gehaltvoll ist.



Ich liebe den Sommer. Ich genieße es, baden zu gehen, mich an Erdbeeren satt zu essen, kurze Nächte, Licht,... jetzt wäre ich gern im Norden. Aber noch sind 4 1/2 Wochen Schulzeit und in den Pfingstferien hatten wir uns ja den Ostseewind um die Nase wehen lassen. Davon zehre ich jetzt.


Sonntag, 19. Juni 2016

Köstlichkeit

Die Jüngste hat ihre Backfreude entdeckt. Schon früher rührte sie manchmal emsig Kuchenteige.
Nun werden die Rezepte aber ausgefallener. Als eifrige Back-Blog-Leserin ließ sie sich diesmal hier inspirieren. Und anlässlich ihres 13. Geburtstag lud sie zum Giotto-Torten-Essen ein.


Puh! Lecker! Gefährlich lecker sogar!

Jetzt fehlt eigentlich nur noch die "Küchenaufräum-, Geschirrabwasch- und alles ist wieder geputzt-App" auf ihrem Tablet. Diesmal war sie wohl der Meinung, die App heißt Mama. 

Sonntag, 12. Juni 2016

Unaufhaltsam Wachsen

Weiter, immer weiter geht das Leben. Und die Entwicklung dabei ist unaufhaltsam. Das ist auch gut so, wenn auch irgendwie gerade zu wenig Zeit zum Bloggen bleibt.

Das eigene Leben ist schon sehr voll und vieles ist ein innerer Prozess, der nicht in die Weiten des Internets gehört. Irgendwann schaffe ich aber, ein  paar Bilder von unserem wundervollen Urlaub hochzuladen, den wir noch mal als ganze Familie verlebt haben. Unsere Große wird jedoch immer flügger, sodass es wohl wahrscheinlich der letzte Familienurlaub dieser Art war. Es wird wohl nicht mehr lange dauern bis sie, wie ihr ältester Bruder, ganz auf eigenen Beinen steht und hier auszieht.
Doch auch die beiden Jüngsten sind inzwischen Jugendliche. So tobt hier an manchen Tagen der pubertäre Vulkanismus in dreifacher Ausführung. Und an anderen Tagen - oder wenigstens an einigen Augenblicken - lässt sich ahnen, wohin die Herzenssehnsucht und das Weltinteresse sie führen wird. Und wenn sie ihren eigenen roten Faden kurz mal in der Hand halten, sind sie doch ganz verträglich, diese Pubertierenden. Ich bin gespannt, wohin das Leben sie hinführt. Die Große hatte inzwischen ihren zweiten öffentlichen Auftritt mit ihren eigenen Liedern und wird ganz vielleicht auf dem ZMF zu hören sein. Damals träumte sie noch von einem Leben als Musikern und kopierte die Toten Hosen. Hörte sieht sie lange nicht mehr punkig aus, textet und komponiert selbst und ist live echt witzig. Findet jedenfalls die stolze Mutter. ;-)

Und was beim jüngeren Bruder so begann, hat sich auch verändert. Er ist jetzt derjenige, der zwar immer noch das Fahrrad liebt, aber meist hat er jetzt eine Kamera in der Hand und so seine Freunde begleitet. Stundenlang sitzt er dann am Rechner und sichtet das ganze Filmmaterial, schneidet, setzt es neu zusammen. Und ich staune, welche Durchhaltekraft und welche Sorgfalt und welchen Perfektionismus er dabei an den Tag legt. Jetzt hat er das erste Video, dass er mit seinem Freund zusammen gemacht hat, veröffentlicht:



Auf dem sichtbaren Trail-Rad der Freund, an der Kamera Söhnlein, geschnitten und zum Film gemacht alle beide.

Irgendwie schön, wenn die Kinder größer werden, eigene Interessen haben,... Wenn ab und zu das mögliche Leuchten sichtbar wird, gelingt es mir besser, den täglichen Vulkanismus mit Humor zu nehmen.