Montag, 11. Juli 2016

Mit anderen Augen

...sehe ich mir inzwischen Filme an. Seit der jüngere Sohn filmt und das Filmmaterial dann entsprechend schneidet und mit Musik unterlegt, blicke ich anderes auf Filme, weiß ich doch, wie viele Stunden Arbeit darin stecken und wie viel Herzblut. Und auch, dass der Fehlerteufel im Detail steckt, z.B. wenn der gefilmte Freund am folgenden Filmtag nicht wieder genau die gleiche Kleidung trägt.

Was mit der Freude am Fotografieren begann, mausert sich gerade zu einem erstaunlichen, in keinem anderen Lebensbereich bemerkbaren, Perfektionismus. Mit recht einfachen Mitteln filmt Söhnlein seine Freunde bei ihrem liebsten Hobby. Wie gut, dass unser Etat nie für solch  tolle Räder reichte, sonst hätte Söhnlein wohl vor lauter Freude über das Fahren, Springen und Kunststücke machen, nie sein Herz fürs Filmen entdeckt. 

Immer wieder bastelt er an technischen Hilfsmitteln, die die Kameraführung erleichtern. Denn es ist nicht so leicht, bewegliche Objekte, äh oder besser Subjekte, so zu filmen, dass sie nicht verwackeln. Allermeist fährt oder rennt er ja nebenher und dafür ist die Filmqualität doch erstaunlich.

In diesem Film nun, dem zweiten veröffentlichten, stecken wieder vier Tage Arbeit für gut drei Minuten fertigen Film. 




Wenn solch Ausdauer und Engagement nun auch in seine schulischen Aufgaben fließen würden, bräuchte ich mir wohl keine Sorgen zu machen. Aber nun ja... richtig engagieren tut man sich wohl im Leben nur in Bereichen, die einem wirklich wichtig sind. Und Schule war das für dieses Kind noch nie. Das liegt sicher auch daran, dass Schule oft viel zu wenig praktisch und konkret ist und die Schüler selten etwas selbst herausfinden können. Die allgemeine Schulpflicht hätte laut diesem Kind niemals in Deutschland eingeführt werden müssen.

Er ist ein Ausprobierer und Erfahrungensammler. In der Physik macht ihn so schnell niemand etwas vor. Als er klein war, experimentierte er im Bereich der Mechanik. Er wusste wie ein Hebel funktionierte, ein Flaschenzug und dass ein Ziegelstein runter fällt und die kleine Schwester "Au!" ruft, wenn sie ihn auf den Kopf bekommt. Heute kann er sehr genau erklären, wie etwas Mechanisches funktioniert. Genauso ist es jetzt im Bereich der Optik. Versuch macht klug. Da staune selbst ich, die ich doch einst begonnen hatte, Physik zu studieren.

Und er interessiert sich für filmische Ausdrucksmittel. Gut, dass es heute das Internet und viele Tutorials zum Anschauen gibt. Ein Bücherwurm wie ich kann das zwar wenig nachvollziehen, aber wenn das Lesen sehr anstrengend ist, ist das Filmschauen eine deutliche Erleichterung.



Kommentare:

  1. Das ist toll, da wird was draus werden!
    Selbertun ist immer das allerbeste fürs Leben, fürs Lernen.
    Da kannst Du stolz sein auf den Filmemacher
    Ich wünsch Dir eine schöne Woche
    Elisabeth

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  2. Super cooles Video! Und coole Typen. Das würde meinem Sohn gefallen! Ich zeig es ihm lieber nicht. Der macht auch so Mätzchen mit dem Rad ;-)
    Herzlichen Dank für deinen Kommentar. Hab´ mich gefreut von dir zu lesen. Mir geht´s gut, gibt aber nach wie vor Sachen zu erledigen und Zeit und Lust zum Bloggen ist nicht da.
    Sei umarmt und herzlichst gegrüßt. Musste bei den Jostabeeren an dich denken ♥

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