Dienstag, 25. April 2017

Das Aufsehenerregende kann nur passieren, 
wenn der Alltag funktioniert.
(Hansgünther Heyme, Theaterregisseur)

In dem Sinne starteten wir nun wieder in sechs Alltagswochen, die bereits jetzt voller Programm sind und ich hoffe darauf, dass sie im besten Sinne funktionieren werden, damit das Aufsehenerregende auch seinen Platz finden kann und Raum für liebgewordene Gewohnheiten, wie zum Beispiel das wöchentliche Saunieren, bleibt.
Der jüngere Sohn wird in die Schweiz reisen und auf einem Bauernhof in Cumbel sein Landwirtschaftspraktikum machen. Die große Schwester wird mit ihrer Klasse noch für das Theatertreffen der Jugend proben, denn sie sind eines von acht Preisträgerensembles, die von der Jury aus 114 eingereichten Arbeiten ausgewählt wurden. Ich muss die Abschlussarbeit für meine Ausbildung fertig machen. Mein Mann wird wegen seiner Ausbildung nach Jena reisen. Wir werden zusammen zwei spannende Seminare in Kassel und Köln besuchen,.. Das Aufsehenerregende ist also schon mit eingeplant. Jetzt müssen wir uns nur wieder mit dem Weckerklingen um 5.10 Uhr anfreunden. 
Und, ein bisschen freue ich mich schon auf das Seele baumeln lassen in den Pfingstferien und graule mich vor dem Zeugnisschreiben. 


Liebe Grüße
Nula


Montag, 24. April 2017

Hochglanz, Perfektion und die geschönte Wahrheit


oder warum es gut ist, dass nicht immer alles gelingt
und wie gut es wäre, wenn das öfter gezeigt würde.


Es ist wohl sehr menschlich, dass es einen Hang zum großen Gelingen gibt. auch wenn wir wohl alle wissen und bereits als Kind vermittelt bekommen haben, dass der Mensch aus Fehlern lernt. Das Tolle, das Gelungene, das Vorzeigbare wird gezeigt, erhält Würdigung und Beifall. (Oder aber, eine mir fremde Geste, am Misslingen wird sich ergötzt. So erhält manch ein Pleiten, Pech und Pannen Video so viel Aufmerksamkeit, dass ich merkwürdig berührt bin.)

Um so wohltuender für mich, in so manchem Blog von den kleinen Alltäglichekeiten zu lesen, die oft gelingen, aber manchmal eben auch nicht, vom Ringen, von den Fragen an die Welt oder auch von manchem DIY-Projekt, das daneben ging oder erst im gefühlten 783. Anlauf gelang bzw. von den Zwischenschritten, Kniffen, Improvistionen, die es brauchte bis etwas vorzeigbar im Sinnde des großen Gelingens wurde. Und wie hilfreich wäre es, wenn für die Nacharbeiterinnen, -bäckerinnen, -köchinnen, -bastlerinnen, die Fallstricke und Fußangeln manch einer Sache am Anfang sichtbar wären.

Das jüngste Töchterlein lässt sich noch sehr von der Hochglanzwelt mancher Blogger und Youtuber beeindrucken. Da sind natürlich Krisen vorprogrammiert, wenn die eigenen Projekte nicht sofort gelingen. Als Achtklassarbeit, ein großes Prokjekt in der Waldorfschule, hat sie sich vorgenommen, ein Koch- und Backbuch anzufertigen, dafür viel zu kochen und zu backen und natürlich auch zu fotografieren. Nun wird natürlich viel ausprobiert. So wollte sie uns am Ostermontag mit einer Buttercreme-Fondant-Torte überraschen. Nachdem der Mandelbisquitboden in der Mitte höher als am Rand war, war sie das erste Mal enttäuscht. (Ich habe es noch nie!!! geschafft, einen Tortenboden zu backen, der ganz gleichmäßig hoch war und so konnte ich ihrer Verzeiflung mit dem Rat, den Tortenboden entsprechend zu beschneiden, Einhalt gebieten.) Sie aber kannte dies aus entsprechenden Backvideos. Dann riss ihr Tortenbodenschneider. Was für lustige Gerätschaften sie sich angeschafft hat!  (Ich habe früher einfach einen Bindfaden benutzt.) Dann entdeckte sie, dass ihr die rohen Eigelb an der Buttercreme suspekt waren. (Mir auch.) Nur, alle anderen Buttercremerezepte setzten Puddingpulver voraus. Das war hier nur noch in der Variante Karamell vorhanden. (Wie gut, dass unsere Schwiegertochter ihr von ihren Erfahrungen mit Pudding aus Mehl gekocht berichten konnte.) Nun hätte natürlich der Rest perfekt laufen können, wenn es da nicht den Fondant gegeben hätte, der trotz feiner Mehlschicht nach dem Ausrollen gnadenlos an der Tischplatte kleben blieb. (Wie gut, dass es einen Papa gibt, der das wütende und verzeifelte Töchterlein dann in den Arm nimmt, den Fondant wieder abspachtelt und Mut macht, es noch einmal zu versuchen. Und eine Mama, die schnell noch ein Backpapier vor dem nächsten Ausrollen unterschiebt.) Und wie gut, wenn man dabei ein bisschen an der Perfektionismusvorstellung der Tochter rütteln kann.

Die Torte war jedenfalls herrlich ungesund süß und entsprechend lecker, man sah ihr das Drama ihrer Entstehung nicht mehr an, Das hielt sie gut unter der dann in Dreier-Teamwork doch noch gelungenen Fondantschicht verborgen. Ich hätte jetzt hier auch nur schreiben und zeigen können, was für eine herrliche Torte das jüngste Töchterlein gebacken hat. Hat sie auch:


Aber vielleicht helfen meine Worte ja weiter, wenn jemand von euch am liebsten den Kuchenteig an die Wand werfen möchte und sich nur wegen den dann notwendigen Malerarbeiten zurückhalten kann oder wenn jemand kurz davor ist, den Wollfaden durchzubeißen, an dem sie gerade strickt.

Liebe Grüße
Nula

Freitag, 21. April 2017

Taschengeld - Paragraph

oder von der Odyssee ein Mikrofon zu kaufen.


Bisher hatte der herzallerliebste kleine Bruder, ja - so nennt die große Schwester ihn wirklich manchmal - , nur Fahrradfilme gedreht. Dafür brauchte er nicht unbedingt ein externes Mikro. Nun stand im März ein öffentlicher Auftritt der großen Schwester in einem Club an und die Idee, diesen zu filmen, im Raum. (Aus dem kleinen Punkmädchen ist eine junge Dame geworden.) Aber ein Musikauftritt ohne Mikrofon bzw. nur mit dem kamerainternen Mikrofon zu filmen , hm - keine gute Idee. Das sah ich jedenfalls so und deshalb machte ich den Vorschlag, wir könnten doch eines kaufen. Es wird ja sicher nicht der letzte Film sein, der da vom herzallerliebsten kleinen Bruder gefilmt wird. Ich erhielt dann vom filmenden Kinde einen langen Vortrag, dass man sich ein Mikrofon auch von einem guten Freund ausleihen könne. Schließlich gibt es ja noch andere Kostbarkeiten auf der Wunschliste! Fand ich einleuchtend, schließlich wächst das Geld ja nicht auf Bäumen.

Der Tag vor dem Auftritt kam und es wurde klar, nicht jede Zusage wird Realität. Auch eine Erfahrung für die Heranwachsenden. Ohne Mikro aber keine Tonaufnahme. Mein Vorschlag war dann, dass wir doch noch ein Mikrofon kaufen könnten. Jetzt natürlich schnell noch im örtlichen Handel und nicht mehr per Internet, da selbst mit Premiumservice das Teil nicht mehr pünktlich käme. Der Sohn könne es aber in dem großen Ich bin doch nicht blöd Laden nach der Schule selbst kaufen, weil ich dort nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln hinkäme und der Vater nicht vor Ort war. So weit der Plan. Am Nachmittag klingelte dann das Telefon und mein bald 16jähriger Sohn teilte mir mit, dass er das 180 Euro teure Mikrofon aufgrund des Taschengeldparagraphen nicht verkauft bekommt.

Der Taschengeldparagraph, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte, liest sich im BGB so:

§ 110
Bewirken der Leistung mit eigenen Mitteln

Ein von dem Minderjährigen ohne Zustimmung des gesetzlichen Vertreters geschlossener Vertrag gilt als von Anfang an wirksam, wenn der Minderjährige die vertragsmäßige Leistung mit Mitteln bewirkt, die ihm zu diesem Zweck oder zu freier Verfügung von dem Vertreter oder mit dessen Zustimmung von einem Dritten überlassen worden sind.

§ 111
Einseitige Rechtsgeschäfte

Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das der Minderjährige ohne die erforderliche Einwilligung des gesetzlichen Vertreters vornimmt, ist unwirksam. Nimmt der Minderjährige mit dieser Einwilligung ein solches Rechtsgeschäft einem anderen gegenüber vor, so ist das Rechtsgeschäft unwirksam, wenn der Minderjährige die Einwilligung nicht in schriftlicher Form vorlegt und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist. Die Zurückweisung ist ausgeschlossen, wenn der Vertreter den anderen von der Einwilligung in Kenntnis gesetzt hatte.
Damit war klar, § 110 war grundsätzlich erfüllt, aber Söhnlein konnte das nicht nachweisen, denn er hatte keine entsprechende schriftliche Erklärung dabei.. Also telefonierte ich mit einem Marktmenschen, schilderte die Situation und der meinte, das müsse sich doch unproblematisch lösen lassen, er verbinde mich jetzt zum Infostand. Die Dame dort aber verlangte eine Ausweiskopie und eine unterschriebene Erklärung meinerseits, damit Söhnlein den Kauf tätigen könne. Inzwischen tickte aber die Zeit bis zum Auftritt gnadenlos und das Ganze schien ausssichtslos. Noch einmal telefoniert, noch einmal die Not geschildert und die Unmöglichkeit jetzt noch schnell in den Markt zu kommen und dann durfte ich das ganze mailen und Söhnlein konnte endlich das Mikrofon kaufen und seine Schwester mit Ton filmen. Das erste Musikvideo vom Konzertmittschnitt ist inzwischen fertig


und ein weiteres Musikvideo haben die beiden auch gedreht, bei dem das mühevoll erkämpfte Mikro zum Einsatz kam



Und ich habe dazugelernt: Nach einer Studie von 2016 stehen Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren monatlich 180 Euro zur Verfügung. Was davon Taschengeld ist und was davon selbst verdientes Geld ist, geht aus der Studie nicht hervor.
Für unsere eigenen Kinder war/ist das Geldausgeben immer mit dafür arbeiten und sparen verbunden. So hat sich die Große ihre Afrikareise mit einem Nebenjob beim Bäcker selbst verdient. Das Taschengeld war/ist bei vier Geschwistern und einem kleinen Haushaltsbudget immer überschaubar. Aber, es gibt in Deutschland sogar eine Taschengeldtabelle mit jugendamtlichen Taschengeldempfehlungen, jedoch kein Anrecht auf Taschengeld.

Und: um sich die wirklich tollen Dinge im Leben kaufen zu können, muss man volljährig sein oder mit seinen Eltern in den Laden kommen. Ist doch schön, dann brauchen uns die beiden "Kleinen" noch ein bisschen. - Nicht nur dafür, zum Glück!

Liebe Grüße
Nula

Donnerstag, 20. April 2017

Der Award für die beste Schwester

geht heute an die kleinste Schwester,
die ihren allergrößten Bruder nach der Arbeit 
mit dem Anruf überraschte,
er möge hier schnell vorbeikommen
und seine Brownies* abholen.


* Den Blick vom großen Bruder beim Anruf hätte ich zu gern gesehen. Er hatte Karfreitag hier herumgejammert, dass er soooooooooooo gern mal wieder Brownies, seine Lieblingsspeise, essen würde und von seiner Frau gerade keine gebacken bekommt und weil noch Ferien sind, hat die Jüngste ein Brownierezept ausprobiert (und wir haben zum Glück auch etwas abbekommen, lecker!!!).

Liebe Grüße
Nula

Mittwoch, 19. April 2017

Erreichbarkeit

Ich bin ein Fossil oder vielleicht besser gesagt ein Quastenflosser. Also, um ganz genau zu sein, ich bin ein handyloser Mensch. Ich nenne nicht einmal ein vorsintflutliches Tastenhandy mein eigen. Immer wieder wollen mich Menschen davon überzeugen, dass ein Handy lebensnotwendig ist. Aber bisher haben mich immer noch alle erreicht, die mich erreichen mussten. Ich habe keine Freunde verloren oder konnte mein Leben nicht mehr aufrecht erhalten. (Um ehrlich zu sein, Auslandsüberweisungen gehen bei unserer Bank nur noch mit einer Handy-App, aber die lässt sich auf dem Smartphone meines Mannes nicht installieren, lach...da brauchte es dann für eine einmalige Überweisung in die Schweiz das neuere Smartphone der großen Tochter.)

Ich weiß aber, wo öffentliche Telefone sind und bisher haben die immer tadellos funktioniert, wenn ich mal eines gebraucht habe. Will ich aber jemanden mit Handy erreichen, wird das Erreichen zum Glücksspiel. Und hat jemand versprochen, sich zu melden, gibt es oft doch einen Grund, warum er sich nicht gemeldet hat. Da war dann der Akku leer. Es gab keinen Empfang. Es war kein Geld mehr auf dem Handy. Das Handy steckte wahlweise im Rucksack oder der Jacke und die hatte der Handybesitzer nicht direkt bei sich. Das Handy lag auf dem Schreibtisch zu Hause. Das Handy hatte sich aufgehängt oder vielleicht gar den Geist aufgegeben. Derjenige, mit dem ich telefonieren wollte, hatte inzwischen eine neue Nummer. Oder auch gut, derjenige, den wir anrufen sollten, damit er uns vom Nachtzug abholt, war neben seinem Handy eingeschlafen und hörte das Klingeln nicht....

Ich hatte früher wirklich ein bisschen gedacht, dass der Handybesitz der Kinder ein kleines Stückchen "Sicherheitsleine" entstehen lassen würde, Aber von der Idee habe ich mich gründlich verabschiedet nachdem die große Tochter nach einer Theateraufführung unerreichbar war. Die Krönung gab es zum Thema Erreichbarkeit am Ostersonntag.

Nach einem ausführlichen Brunch begaben sich die Kinder mit einer guten Freundin von uns auf eine Spritztour mit ihrem tollen Oldtimer, denn sie waren da noch nie mitgefahren. "Nur schnell tanken und dann eine kleine Runde." Das war die Ansage. "In einer halben Stunde sind wir wieder da."

Die halbe Stunde ging vorüber, aber niemand kam hier wieder an...eine Stunde...75 Minuten....1 1/2 Stunden...und mein Mann war noch unruhiger als ich, schnappte sein Handy und rief die große Tochter an. Er landete auf der Mailbox. Er rief den jüngsten Sohn an. Er landete auf der Mailbox. Er rief unsere Freundin an und landete auf der Mailbox. Das Spiel wiederholte er noch ein paar Mal, während ich beschloss, positiv zu denken und davon auszugehen, dass die Unerreichbarkeit einen einfachen Grund hat und alle vier wieder wohlbehalten nach Hause kommen würden.

Sie kamen dann auch nach über zwei Stunden fröhlich hier an, nach einer wundervollen Spritztour, bei der sie viel Spaß hatten und Söhnlein viele schöne Fotos geschossen hatte und verstanden unseren aufgelösten Zustand überhaupt nicht.

Töchterlein hatte ihr neues, am Tag zuvor mit viel Aufregung erwartetes, selbst gekauftes Iphone zu Hause gelassen. (Ähm, konnte sie da beinahe nicht pünktlich zum Essen kommen, wegen dem neuen Teil???). Söhnlein hatte sein Handy...na, richtig, ...nicht eingeschalten. Und unsere Freundin hatte inzwischen eine neue Nummer, von der wir noch nichts wussten, weil ich ja immer auf dem Festnetz anrufe. O-Ton der Jüngsten: "Wenn ich ein Handy hätte, wäre ich rangegangen." - Nein, das glaube ich inzwischen einfach nicht mehr.

Aber ich kann verstehen, dass man die Zeit vergisst, wenn man eine Zeitreise macht. Als die "motorischen Quastenflosser" modern waren, hätte man sich bei der Beschreibung unseres heutigen Bedürfnisses ständig und überall erreichbar sein zu wollen, wohl an den Kopf gefasst.

















Ich habe jedenfalls beschlossen, weiter zu vertrauen, dass ich immer dann erreichbar bin, wenn mich jemand wirklich erreichen muss und die Menschen, die ich erreichen möchte, auch zu erreichen...auf dem Weg, der gerade richtig ist.

Liebe Grüße

Nula

Dienstag, 18. April 2017

Nettigkeiten

Da stolper ich nach langer Abstinenz wieder in die Bloggerwelt, u. a. ausgelöst durch die besondere Begegnung mit Frau Wind, lese hier und da, stelle fest, dass mir einst lieb gewordene Blogs verstummt sind, freue mich über die lieben Kommentare von Bloggerinnen, die sich noch erinnen und sich freuen, dass ich wieder schreibe und finde neue interessante, lesenswerte Blogs.

Dabei habe ich auch Jojos kleine Welt gefunden und die Aktion Kleine Nettigkeit, die mich angesprochen hat und da ich nun eine Mail mit der Ankündigung einer Kleinen Nettigkeit erhalten habe, möchte ich mich natürlich an die Regeln halten und die Nettigkeit weiter tragen.



Hier die einfachen Regeln:
Die ersten drei Menschen, die mir zu diesem Beitrag einen Kommentar hinterlassen, erhalten irgendwann in diesem Kalenderjahr eine Überraschung von MIR. Etwas ... Gebasteltes, Genähtes, Gestricktes, Gehäkeltes, eine Postkarte oder irgendwas anderes Schönes... Auf jeden Fall etwas, das mit Liebe gemacht oder ausgewählt wurde.Wann die Überraschung kommt, steht noch nicht fest und wird auch nicht verraten. Nur, dass es dieses Jahr ankommt ist sicher.
Der kleine Haken? Diese drei Leute müssen das gleiche Angebot in ihrem Blog/Webseite machen.Dementsprechend können auch nur Menschen mitmachen, die einen Blog und ihren Wohnsitz in Deutschland (sonst sind die Portokosten so hoch) haben. Ebenso solltet ihr mindestens 18 Jahre alt sein und der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und natürlich wäre es schön, wenn ihr auf eurem Blog zeigt, was ihr bekommen habt und was ihr verschickt.
Ich finde, dass das eine ganz tolle Idee ist, ein bißchen Nettigkeit können wir alle gebrauchen und nebenbei lernt man auch wieder neue Blogs und neue Menschen kennen.Also, möchtet ihr dabei sein und eine kleine Nettigkeit von MIR bekommen? Dann kommentiert unter diesem Beitrag.
Es wäre schön, wenn weiter über diese schöne Aktion berichtet wird, vor allem, was ihr bekommen habt und was ihr selbst versendet habt.Lasst uns die BloggerWelt 2017 ein wenig NETTER machen und aus den *Kleinigkeiten* was Großes wachsen lassen. 

Ihren Ursprung hat die kleine Nettigkeit wohl hier.

Sonntag, 16. April 2017

Ostern


Bach.
Mich berührt die Musik von Bach immer wieder sehr.

Bach und Weihnachten, 
- das gehört für mich schon lange zusammen.
So war es eine große Freude als eine meiner Freundinnen mir vom Sing-along in der Reutlinger Kreuzkirche erzählte. Vor über 20 Jahren konnte ich im Weihnachtsoratorium mitsingen. Also, eigentlich ganz schön gewagt, sich da in die große Kirche zu setzen und einfach mitsingen zu wollen, Aber es war einfach ergreifend: alle Chorstücke einmal zu proben, zwischen lauter gut geübten Chorsängerinnen und -sängern zu sitzen und dann das Weihnachtsoratoirum wirklich wieder mitzusingen, die verbindene Kraft der Musik zu erleben, die ergreifende Kraft von Bachs Musik und zu spüren, mein weihnachtlichstes Weihnachtserleben fand 2016 am Abend des 30.12. statt ...und ganz ehrlich, mein Mann und ich freuen uns schon auf das nächste Mal.

Bach und Ostern.
- ich ahnte schon, dass das auch zusammen gehören könnte. Bisher hatte ich die Matthäus-Passion noch nie vollständig live gehört. Gründonnerstag stand sie in der Musikhochschule Freiburg auf dem Programm und ich bin immer noch berührt von der Aufführung, der wundervollen Einführung ins Werk durch den Dirigenten Morten Schuldt-Jensen, von dem jungen Solisten, der ohne Probe nach der Pause für seinen Studienkollegen eingesprungen ist und die Herausfoderung super gemeistert hat, von dem eindrücklichen Konzert und vor allem von der großartigen Musik Bachs. Drei so tief bewegende Stunden, die so unendlich kurz waren.

Bach und Ostern, das gehört für mich jetzt also auch zusammen. 
So, wie das Osterwasserholen bei Sonnenaufgang am Ostersonntag seit vielen Jahren schon dazu gehört und das Eiersuchen nun langsam als Ritual verschwindet, 

Spannend, wie lieb gewordenes mit dem älter werden der Kinder sich verwandelt, weil es nicht mehr stimmig ist, und Neues ins Leben tritt. Der frei werdende Raum füllt sich.


Komm, süßes Kreuz, so will ich sagen.
Mein Jesu, gib es immer her!
Wird mir mein Leiden einst zu schwer,
So hilfst Du mir, es selbst zu tragen.

Matthäus im Evangeliar von Lindisfarne

Ein frohes Osterfest
wünsche ich allen!


NULA




Samstag, 15. April 2017

Glück und Freude ist* -

  • wenn alle Kinder plus die beiden Enkelmäuse und Herr Hund mit uns auf eine Wanderung gehen

  • wenn alle fröhlich und ohne Steit und Jammern unterweg sind
  • wenn die Natur unterwegs einem so kraftvoll entgegen kommt, dass man die Elemtarwesen fast flüstern hört

  • wenn der Bannwald** uns alle immer wieder  zum Staunen bringt mit all seiner Lebensenergie und der Umwandlung der Sterbeprozesse in neues Leben
  • wenn der Frühling so richtig greifbar ist und die Grüntöne in allen Variationen leuchten

  • wenn nach dem Aufstieg eine toller Ausblick der Lohn ist
  • wenn das Feuer in der Feuerstelle lustig knistert

  •  wenn der große Sohn Stockbrotteig mitgebracht hat, weil die große Tochter es sich so sehr wünschte in Erinnerung an alte Zeiten (wir aber vergessen hatten, Hefe zu kaufen)
  • wenn der Stockbrotteig wirklich durchgebacken ist bevor er kohlrabenschwarz wird
  • wenn die am Stock gegrillten Würstchen allen lecker schmecken, weil auch für die Vegetarier das Passende dabei war

  • wenn man einfach mal die Füße hochlegen kann
  • wenn die Sonne so herrlich scheint, dass selbst der Wind beim Sonnenbad nicht stört
  • wenn der von der jüngsten Tochter selbst gebackene Geburtstags-Käsekuchen für den Papa super lecker schmeckt

Ich würde das Bild gern richtig einfügen, aber blogger dreht es immer wieder.
Vielleicht passt dem Programm nicht, dass die Bretter quer sein sollen, lach

  • wenn der Wasserfall kraftvoll den Berg hinab braust

  • wenn plötzlich und unvermutet ein ehemaliger Schüler mitten in der Natur seine alte Klassenlehrerin freudig umarmt, die er nun weit überragt
  • wenn Klein und Groß sich aneinander freuen

  • wenn die große Enkelmaus stolz Herrn Hund an der Leine führt 

  • wenn die große Tochter mit dem Enkelmäuserich den Rückweg im Wildpferdchengalopp nimmt
  • wenn der jüngere Sohn heil den Berg hinab kommt, weil er vorsorglich an seine Kniebandage gedacht hat***

______________________________________________
* Geburtstagswanderung zu den Zweribachfällen

** Bannwald - in BadenWürttemberg Wald, der nicht forstwirtschaftlich genutzt wird, sondern sich frei entfalten kann

*** im Sommerurlaub war ihm im vergangenen Jahr am letzten Ferientag die Kniescheibe mal eben herausgesprungen und hatte einigen Schaden angerichtet, zum Glück war nach zwei Monaten an Krücken klar, dass nicht operiert werden musste




Einen schönen Ostersamstag
wünsche ich Euch,

NULA



Dienstag, 11. April 2017

Weh und werde


Fernweh - damit beschäftigte sich unsere älteste Tochter in ihrer Zwölftklassarbeit.

Wer Fernweh hat, muss sich auf den Weg machen. So brach sie dann wirklich an ihrem 18. Geburtstag auf - in ein fremdes Land, auf einen anderen Kontinent...
... und brachte so viele Eindrücke mit, dass wir daheim gebliebenen von ihren Schilderungen ganz berührt waren.

Was ist wirklich existentiell wichtig im Leben? Was ist Zeit? Wie entsteht Zufriedenheit? Wie kommen der innere Impuls und das äußere Leben zusammen?

Wohin wird sie wohl einmal ziehen,  unsere große Tochter, wenn sie gänzlich flügge ist? Unser Städtchen ist ihr lang schon zu klein. Wir dürfen gespannt sein, können zuhören, uns zurücknehmen, müssen unsere Ängste loslassen, lernen und vertrauen - eine flügge werdende Tochter mit dem Fernweh-Gen lässt uns üben, wachsen und immer wieder staunen und den eigenen Lebensentwurf überprüfen.

***

Berührend auch, dass es noch andere mit dem Fernweh-Gen gibt. Welch Hoffnung, wenn sich die Kulturen in der Begegnung verbinden. ...von Mensch zu Mensch. Seit wir von ihrem Projekt hörten, mit wenig Geld sich einmal um die Welt zu bewegen - immer weiter ostwärts bis man aus dem Westen wieder nach Hause kommt, ohne ein Flugzeug zu benutzen - verfolgten wir die Nachrichten und kleinen Filme von Gwen und Patrick, die ihrem inneren Ruf folgten. Eine Reise, die sich so niemals planen ließ, so, wie auch das Leben sich letzendlich niemals planen lässt.

Inzwischen sind sie angekommen und haben ihre Eindrücke in einen Kinofilm zusammenfließen lassen. Ich kann keine Worte dafür finden, wie sehr mich der Film berührt hat...und das anschließende Gespräch mit den beiden im großen Kinosaal, in dem man das berührt sein all der anderen Zuschauer fast mit den Händen greifen konnte.

Welches Wehs plagen mich? Wem will ich begegnen? Worauf kann ich verzichten, um glücklich zu sein und bei mir anzukommen? Was kann ich lassen, was muss ich wirklich tun, damit ich meinen eigenen inneren Ruf nicht verfehle. Der Lebenspur folgen kann...

Es lohnt sich, den Film anzuschauen, wenn er nun bald durch Deutschland reist. Hier wird er zu sehen sein.



WEIT. Trailer from weit on Vimeo.
50.000 Kilometer per Anhalter, über die Ozeane mit dem Schiff und Nachwuchs in Mexiko. "WEIT. Die Geschichte von einem Weg um die Welt" ist ein bunter und besonders authentischer Film über die außergewöhnliche Reise eines jungen Paares, das in den Osten loszog, um dreieinhalb Jahre später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Ohne zu fliegen und mit einem kleinen Budget in der Tasche erkunden sie die Welt, stets von Neugierde und Spontanität begleitet.



***


Ich bin nicht unterwegs und doch nicht angekommen. Das fühlt sich gerade richtig an.




Montag, 10. April 2017

Begegnung

Schweigen, lange schweigen - hier beim Bloggen,
weil das Leben alle Kraft, alle Phantasie, alle Worte abverlangt.
Kein Überschuss, der veröffentlicht werden will.
Nur sehr viel, das gelebt werden will, das gelebt werden muss,
nicht geschrieben werden kann,
nicht in die Öffentlichkeit gehört.

Leben, einfach leben - jeden Tag.

Menschen begegnen - sich berühren lassen.
Und dann wieder Worte finden und ein wenig schreiben,

Am Samstag. Heute.

Und vielleicht in Zukunft.