Montag, 5. Juni 2017

Mit Bäumen.

kann man wie mit Brüdern reden. 
(Erich Kästner, "Die Wälder schweigen")



Ein besonders schöner Ort, um mit Bäumen zu reden oder einfach um zu schweigen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen, liegt im Kaiserstuhl:

Der kleine Gebirgszug Kaiserstuhl hat seinen Namen vermutlich  Otto III. zu verdanken, der 994 einen Gerichtstag bei Sasbach abhielt. Da Otto damals noch König war, erhielt das Gebirge zuerst den Namen Königsstuhl und wurde zwei Jahre später, als Otto zum Kaiser gekrönt wurde, in Kaiserstuhl umbenannt. (So weiß es jedenfalls die Sage.) Der Kaiserstuhl ist vulkanischen Ursprungs. Doch er ist mit einer Lößschicht bedeckt, Man geht davon aus, dass die Lößschicht, die teilweise bis zu 40 m beträgt, aus den nördlichen Kalkalpen stammt und in der letzten Eiszeit sich hier als Sediment ablagerte. Hier kann man die Lößsschicht gut erkennen.


Heute wird das Gebiet des Kaiserstuhls landwirtschaftlich intensiv genutzt. Vor allem der Wein ist weit über die Region hinaus bekannt. Im Lößboden kann man gut die Terassen für den Weinbau anlegen.

Unser Pfingstsonntagsausflug führte uns aber nicht an den Reben entlang. Unser Ziel war das Liliental in der Nähe von Ihringen im Kaiserstuhl. Das forstliche Versuchsgelände Liliental wird seit 1958 betrieben. Hier findet sich ein beeindruckendes Arboretum mit einheimischen und vielen fremdländischen Bäumen und Gehölzen. 



Weit bekannt ist der Mammutbaumwald. Ganz von oben scheinen die Mamutbäume auf den Betrachter herabzuschauen. 


Und auch er wird einmal ein großes stattliche Baum werden. Stolz steht es frei auf der Wiese.



Ja, manche Bäume scheinen ein Auge für die Spaziergänger zu haben, die trotz ihrer großen Zahl beim sonnigen Pfingstsonntagswetter hierhergefunden haben, durch die Weitläufigkeit des Geländes kaum zu bemerken sind,


Die Mongolische Birke jedenfalls scheint mich offenen Auges anzublicken.
Sonnenlicht und Schattenwurf der Bäume zaubern immer wieder besondere Stimmungen,




 Und auf mancher Wiese gab es Orchideen zu entdecken. Doch davon ein anderes Mal mehr.


Ich liebe Birken. Diese lichten Bäume sind schon seit meiner Kindheit meine Freunde. Damals stand eine Birke ganz in der Nähe meines Zuhauses. Wie oft habe ich mein schweres Kinderherz bei ihr ausgeschüttet und alles wurde wieder leicht, wenn die Zweige sich im Winde wiegten. Hier nun gab es Birken, wohin auch das Auge blickte.



Mich beeindruckten vor allem die finnischen Maserbirken, die in der Wachstumsphase viel mehr Licht gewöhnt sind als sie in Deutschland bekommen können. Deshalb wachsen sie anders als in ihrer ursprünglichen Heimat, viel gedrungener.

Auch eine Schwarznuss ist ein beeindruckender Baum.



Die Orchideen sind natürlich auch ein besonderer Anblick. Aber das ist eine neue Geschichte für einen anderen Tag. Wer Lust auf einen Spaziergang im Liliental bekommen hat, findet hier eine kleine Karte ( Flyer von der forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt).


Liebe Grüße
Nula






Kommentare:

  1. Liebe Nula,
    Bäume sind Wunderwerke der Natur. Man kannmit ihnen sprechen oder auch nur auf das Blätterrauschen lauschen.
    Deine gezeigten Bäume sind wunderschön.
    Einen schönen Pfingstmontag wünscht dir
    Irmi

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  2. Eine wunderschöne und spannende Wanderung ist das, liebe Nula, und ich kann sie heute trotz des Regenwetters trockenen Fusses bei dir mitwandern. Die verschiedenen herrlichen Bäume sind dabei ein echtes Highlight. Insbesondere der Birkenhain ist ein Traum!

    Herzlichen Gruss in den Pfingstmontagabend,
    Brigitte

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  3. Danke für deinen schönen Waldspaziergang.
    Lieben Imselgruß
    Kerstin

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  4. Ich habe eine Schwäche für Arboreten, europaweit, und freue mich über jede Neu- und Wiederentdeckung von Baumfreunden. Sollte ich also wieder mal an den Kaiserstuhl kommen....
    Lustig ist, dass ich heute beim Schreiben eines Great-Women-Posts viel mit Otto III. zu tun hatte.
    Eine gute Woche!
    Astrid

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  5. Hallo Nula,
    Bäume sind immer interessant. Kein Baum ist wie der andere. Ich mag diese großen, starken Gewächse, die fest in der Erde verankert sind. Schön, dass wir Dich auf Deinem Spaziergang begleiten durften.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  6. Die mongolische Birke scheint wirklich bis ins Herz zu blicken, liebe Nula. Dein Ausflug scheint wunderbar gewesen zu sein. Liebe Nula, vielen lieben Dank für Deine lieben Genesungswünsche. Sie haben mir so gut getan! Herzlichst, Nicole

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  7. ...so erholsam scheint dieses Gebiet zu sein, liebe Nula,
    ganz in Ruhe hin und her wandern und auf das Rascheln der Blätter lauschen...und was dieser Wald und seine Bewohner sonst noch zu erzählen hat...ein herrlicher Ausflug,

    liebe Grüße Birgitt

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  8. Birkenwald und Mammutbaumwald - gleich zwei besondere und schöne Naturgeschenke konntest du bewundern. Mammutbäume finde ich beeindruckend und ich habe sie bisher immer nur als einzelne Exemplare bewundern können. Birken liebe ich auch und deshalb finde ich Birkenwäldchen richtig toll. Ich werde dann immer an die Herkunft meiner Großeltern erinnert (Ostpreußen) obwohl ich selbst noch nie da war. Aber die hatten ein Gemälde mit einem Birkenwald an der Wand.
    Einen schönen Ausflug habt ihr gemacht.
    Liebe Grüße

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  9. ich liebe Mammutbäume und habe sie zum ersten mal in Kalifornien gesehen, danach war meine Liebe zu den Riesen geweckt. Hier in der Heimat gibt es in der Nähe (Autozeit 1 STD.) ein Naturprojekt wo eben diese Mammutbäume gepflanzt und seitdem beobachtet werden,sie werden zwar nicht so groß wie die in Amerika, aber immerhin!!eine schöne Wanderung zigst du uns in deinen Fotos. Klasse !!
    Gruß zu dir
    heiDE

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  10. Speziell diese Worte aus dem Kästner-Gedicht gehen mir immer direkt ins Herz, weil sie die Stärke der Bäume so auf den Punkt bringen, einfach dazu sein und zuzuhören ohne sich einzumischen, wie man es sich auch von Brüdern wünscht.
    Liebe Grüße Petra

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  11. PS: Birken mag ich auch SEHR gern, habe mich aber auch mit Buchen angefreundet, die haben so was Elefantenartiges.

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  12. Den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen, spielt in der Herleitung vom Sprichwort überhaupt keine Rolle. Der detaillierte Blick lässt so viele Schönheiten sprichwörtlich hervor treten. Die Birken haben es mir sehr angetan und freue mich schon heute auf die Zeit, wenn dazwischen die gleichnamigen Pilze wieder großkappig wachsen werden.

    dir alle Gute,
    egbert

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  13. ein wunderschöner Spaziergang zu einzigartigen Bäumen
    danke fürs Mitnehmen
    liebe Grüße
    Rosi

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