Donnerstag, 8. Juni 2017

Wildwuchs

Nach unserem Spaziergang im Liliental musste ich erst einmal ein wenig über Orchideen lesen. Vorher zu lesen wäre vielleicht klüger gewesen. Denn wäre es mir leichter gefallen, die wilden Orchideen und die anderen wilden Blüher zu erkennen und zu unterscheiden.

Orchideen stellen nach den Korbblütern die zweitgrößte Pflanzenfamilie dar. Sie sind weltweit verbreitet und weisen drei verschiedene Wuchsorte auf. Sie können auf anderen Pflanzen wachsen, auf der Erde oder auf Felsen und Steinen. Mehr als 2500 Jahren sind die Menschen schon von Orchideen fasziniert. Sie wurden als Heil- und Zaubermittel oder Aphrodisiakum benutzt oder als Dekoration verwendet. Im chinesischen Kaiserreich wurden bereits um 500 vor Chr. Kulturhinweise für Orchideen aufgezeichnet. In der chinesischen Gartenkunst ist eine Orchidee das Symbol für Liebe und Schönheit. Das entsprechende Schriftzeichen bedeutet auch Anmut, Reinheit, Eleganz. Auch die Griechen beschäftigten sich mit den Orchideen. Der Name Orchidee ist vom griechischen Wort orchis = Hoden abgeleitet, was auf die hodenförmigen Wurzelknollen zurückzuführen ist. So ist entsprechend der Pflanzensignaturlehre die Verwendung als Aphrodisiakum wohl nicht verwunderlich.

In Deutschland gibt es ca. 60 wild wachsende Orchideenarten. Manche sind schon sehr selten geworden, andere sind direkt vom Aussterben bedroht. Die wilden Orchideen hierzulande sind terrestrisch. Sie wachsen als auf der Erde.

Im
 Litliental am Kaiserstuhl kann man ab Mai auf den Wiesen viele Orchideen entdecken. Die Wiesen dort werden immer erst nach der Blütezeit, wenn die Samen reif sind, gemäht, sodass sich die Orchideen immer weiter verbreiten können. Was für ein Glück!

Leider reicht mein Pflanzenwissen nicht aus, um die Blütenpflanzen, die mir auf unserem Spaziergang durchs Liliental begegneten, mit den entsprechenden Namen zu versehen. Das nächste Bild zeigt aber ein Rotes Waldvögelein, eine inzwischen seltene Orchideenart. Der Name hat mir so gut gefallen, dass ich ihn wohl nicht mehr vergessen werde. Das jüngste Töchterlein hat sich hingegen gut gemerkt, wie man Orchideen an den Blüten erkennen kann: "Orchideen haben sechs Blütenblätter, wobei das sechste Blütenblatt sich oft in Form und Farbe von den übrigen fünf Blütenblättern unterscheidet"


Der Hornklee zeigt auch wunderschöne gelbe Blüten und träumt vielleicht davon, im nächsten Leben als Orchidee wieder auf die Erde zu kommen. Wobei, ein Schmetterlingsblüter zu sein, ist bestimmt auch eine tolle Sache. Da kann man schon ein bisschen eitel sein, wenn man zu solch schönnamiger Pflanzenfamilie gehört. (Bei meiner mündlichen Biologieprüfung - ein Alptraum für mich damals, weil ich die vielen Namen und Lernthemen im Gegensatz zur Physik echt furchtbar fand - hätte mir beinahe eine gemeine Erbse die Note 1 geraubt. Wir hatten früher nie Erbsen im Garten, nur Bohnen. So erkannte ich zwar die Pflanzenfamilie, aber nicht die Gattung und stammelte herum bis ich doch noch nach einigen Hinweisen erriet, wer da in der Vase stand.)


Und Du, wer bist Du? Deine Blüten sehen dem Bild zuvor doch recht ähnlich. Ach, selbst mit dem Pflanzomat (keine schlechte Interneterfindung, wie ich finde) bekomme ich es nicht heraus. Vielleicht habe ich ja auch Tomaten auf den Augen.


Dies sollte nun eigentlich wieder ein Familienmitglied der Orchideen sein. Vielleicht ein Knabenkraut?




Und auch hier versagen meine Möglichkeiten der Pflanzenbestimmung. Schade, ich wüsste gern, wer da so zart und fein auf der Wiese stand. Vielleicht kann mir ja jemand verraten, was das ist.


Dies ist wohl ein Zottliger Klappertopf,  ein Halbschmarotzer, der nur kümmerliche eigene Wurzeln entwickelt, und stattdessen mit seinen Saugwarzen sich von den Wurzeln anderer Pflanzen versorgen lässt.


Und zum Abschluss noch mit der Margerite eine typische Wiesenpflanze, die zur Familie der Korbblüter gehört. Ich freue mich immer über die kleinen weißgelben Farbtupfer auf der Wiese. Sie gehören zu den Pionierpflanzen, 



Ihr merkt schon, ich kann in Pflanzenkunde noch einiges dazu lernen. Vielleicht hätte ich früher in Biologie doch aufmerksamer sein sollen. Aber ich habe einen Entschluss gefasst, frei nach dem Motto, was Nulchen nicht lernte, lernt Nula immer noch, werde ich auf den nächsten Spaziergängen immer wieder einige Blütenpflanzen fotografieren und mich mit ihnen beschäftigen. Ich weiß inzwischen, dass es klug ist, nicht nur die Blüten, sondern auch die Blätter mit zu betrachten. Schon dazugelernt. 


Nun schicke ich zum ersten Mal einen Beitrag zum Naturdonnerstag. Mehr zu lesen und zu sehen davon bei Ghislana.



Liebe Grüße
Nula


Kommentare:

  1. Ja man lernt bekanntlich nie aus. Mit den Blumennamen habe ich auch meine liebe Mühe, das hindert mich aber nicht ihre wunderschönen Blüten und Farben zu geniessen und die schönen Fotos zu bewundern.
    L G Pia

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  2. Hallo Nula,
    bei so manchen Blumen habe ich auch nicht die geringste Ahnung wie sie heißen.
    Aber ich war gerne bei Deiner Blumenrunde mit dabei und habe sie sehr genossen.
    Sicher wäre ich bei den Margeriten ;-)
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  3. Schöne, seltene Pflanzen hast du entdeckt!
    Ich habe auch immer den Ehrgeiz, alles zu bestimmen, was ich finde, anhand von meinen Bestimmungsbüchern aber auch mit Hilfe des Internets. Oft gar nicht so leicht, aber ich muss es einfach immer herauskriegen.
    Liebe Grüße von Ulrike

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  4. Die gängigen Wiesenblumen,
    liebe Nula,
    kenne ich eigentlich ganz gut. Aber dann komme ich ganz schnell an meine Grenze...
    Die Margrite mit ihrem weissen Blütenkranz heisst auf Schwedisch übrigens 'prästkrage'.
    Priesterkragen :)

    Lieben Gruss
    Hausfrau Hanna

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  5. Um unseren Wildwuchs auf der Wiese mache ich mit dem Rasenmäher einen großen Bogen. Sicher wäre es einfacher, geradeaus zu fahren und die Wiese platt zu machen. Dadurch sind mit der Zeit die Mohnblumen wieder heimisch geworden und die Margeriten wachsen mit den Glockenblumen um die Wette. Außerdem ergeben die beiden Letztgenannten mit Grasrispen einen wunderschönen Blumenstrauß.

    egbert :)))

    Orchideen wachsen bei uns nur auf dem Fensterbrett leider.

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  6. Dankeschön für die kleine Wiesenblumen-Kunde. Ich hätte nicht alle Namen zusammen bekommen. Schön sind auch die Bilder dazu.
    Liebe Grüße, Angelika

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  7. Liebe Nula,
    Deine tollen Fotos der Wildwuchs-Schönheiten genieße ich, hach, ich hätte auch nicht ihre Namen gewusst, außer die der Margerite...
    und freue ich mich darüber, dass Du Interessantes über sie schreibst. So lerne ich ein bisschen mehr über Wiesenblumen, dankeschön ;-)))

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und schicke liebe Grüße mit.
    ♥Traudi

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  8. Tolle Bilder hast Du gemacht. Eigentlich ist jede Blüte etwas Besonderes.
    LG
    Magdalena

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  9. ...ach man muß doch gar nicht alle Namen kennen, liebe Nula,
    auch so kann man sich an den kleinen Schönheiten erfreuen...zum Bestimmen zeigen deine Fotos leider zu wenig, da gibt es zu viele ähnliche, so dass ich auch die Blätter sehen müßte...das hellrosane könnte eine Kronwicke sein...ich habe das Buch "Was blüht denn da?" vom Kosmosverlag, damit komme ich ganz gut klar...aber den Pflanzomat werde ich mir auch mal anschauen,

    liebe Grüße Birgitt

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  10. Liebe Nula,
    deine Blüten sind wunderschön. Birgitt hat Recht: Man muss nicht alle Blumen mit Namen kennen. Sie sind einfach schön - egal mit oder ohne Namen. Danke für deine Erläuterungen.
    Einen angenehmen Resttag wünscht dir
    Irmi

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  11. Deine Bilder schaue ich mit viel Freude - und wenig Pflanzenkenntnis - an und finde sie einfach wunderbar.
    Bestimmt erschliesst sich mit der Zeit der eine oder andere Name der Blüten. Und wenn nicht, freuen wir uns an den namenlosen Schönheiten.
    Herzlichen Gruss in den Tag,
    Brigitte

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  12. Nula du hast die WILDEN Schönen toll eingefangen.
    ..eine Orchidee habe ich auch im Garten..fast unscheinbar von der Blüte her..die hat den Weg mal selbst gefunden :D
    mit einem Lg vom katerchen

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  13. sehr schön deine Pflanzenschönheite
    dsa 3. Bild kann ev. eine Platterbse sein
    aber der Ausschnitt ist etwas klein um es genau zu sagen
    aber auch ohne Namen sind alle wunderschön ;)

    liebe Grüße
    Rosi

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  14. Ach, liebe Nula, auch ich bin in Pflanzenkunde keine Leuchte, obwohl ich eine Menge kenne, aber bei deinen Fragen kann ich dir auch nicht helfen. Egal, wunderschön sind sie alle und gewiss die richtige Nahrung für Käfer, Biene und Co. Dankeschön für deine wilde Wiese und liebe Grüße Ghislana

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